COOL KIDS in der Presse

-kleiner Auszug -

Cool Kids

20 Jahre Kinder-Casting in Berlin

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Laufsteg der Zwerge


B.Z. am Sonntag besuchte ein Model-Casting für Kinder , Laufsteg der Zwerge
Von MELANIE FEUDEL und KATHRIN SCHUBERT (Fotos)

Die Kindermodelagenturen in Berlin haben zur Zeit Hochkonjunktur, wie z.B. "Cool Kids" in Charlottenburg. ca.1000 Kinder sind hier in der Kartei. Einer von ihnen ist Patrick. Der 5jährige ist schon Model-Profi, "möchte aber Fußballer werden". Mutter Simone erzählt: "Sobald er eine Kamera sieht, wirft er sich in Pose. Wir haben Fotos für seine Einschulung gemacht und er wollte gar nicht mehr aufhören. Deshalb bin ich heute hier."

Auch Schauspielkurse gehören zur Ausbildung

Haben die Kinder Spaß beim Shooting, wird eine Set-Card erstellt. "Die ist für den Kunden gedacht, als Informationsmaterial. Wenn wir eine Anfrage bekommen, z.B. die Suche nach einem blonden, dreijährigen Mädchen für einen Werbefilm, dann schicken wir alle Set-Cards raus, die auf diese Beschreibung passen."

"Cool Kids" bietet auch Schauspielkurse an. "Die Kunden fragen immer mehr nach, ob die Kinder Erfahrungen mit der Schauspielerei haben. Es ist leichter am Drehort für die Kinder und die Kunden, wenn das zumindest schon mal geübt wurde", so Agentur-Chefin Cindy Jeme. Bei Übungen wie Rollenspiel, Selbstdarstellung, Improvisation oder Mimik und Gestik können die Kids ihr Talent beweisen. "Ich habe diesen Kurs belegt", verrät Charlotte (11), "damit ich bei Referaten keine Angst mehr habe, vor die ganze Klasse zu treten. Außerdem hilft es mir bei den Castings."

"Wir haben teilweise Kinder, die selbst in der Agentur anrufen. Sie wollen dann wissen, was sie tun müssen, um aufgenommen zu werden", so Cindy Jeme. "Wenn wir beim Casting merken, daß nur die Eltern reden und das Kind lieber etwas anders machen möchte, dann hat es keinen Sinn. Wir wollen die Kinder doch nicht quälen!"


"Cool Kids" bereitet auf Film-Castings vor

Schauspielschule eröffnet

Ab sofort können Kinder professionellen Schauspielunterricht nehmen. Die Agentur "Cool Kids" eröffnet am Montag, 01.April 2000 an der Anklamer Straße eine Schauspielschule für den Nachwuchs. In Deutschland werden jährlich rund 8 000 Filmrollen an Kinder vergeben. "Bei Castings haben aber meistens nur diejenigen eine Chance, die schon schaupielerische Erfahrungen gesammelt haben", sagt Cindy Jeme, die seit zwei Jahren die Agentur "Cool Kids" leitet. Bislang wurden bei "Cool Kids" Kinder und Jugendliche für Film- und Werbeaufnahmen vermittelt.

20 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren haben sich für den ersten Kurs angemeldet, der ein halbes Jahr dauern wird und 145 Mark pro Monat kostet. Auf dem Programm stehen Sprechunterricht, Rollenspiele, Improvisation, Tanz und Bewegung und die Vorbereitung auf ein Casting. Ein Termin dauert 90 Minuten, zwei erfahrene Schaupielerinnen unterrichten die Schüler auf spielerische Weise. Jeme möchte den Jungschauspielern vor allem das Lampenfieber nehmen und das Selbstbewusstsein der Kinder stärken.

Bei der Schauspielschule von "Cool Kids" ist es nicht wichtig, wie viele Vorkenntnisse ein Kind mitbringt: Mitmachen kann jeder zwischen sieben und 20 Jahren. Freilich kann Cindy Jeme keinem ihrer Schüler garantieren, dass sie nach dem Schauspielunterricht bei "Cool Kids" auch tatsächlich für eine Filmrolle entdeckt werden. Aber auch, wenn es damit nicht klappen sollte, sei die Ausbildung eine gute Grundlage für das tägliche Leben, sagt Jeme: "Denn Selbstbewusstsein, Körpergefühl und eine deutliche Aussprache sind nicht nur für Filmsternchen wichtig."

(skk.)


Kindermodenschau: Winke winke nicht vergessen

Rote Luftballons tanzen um den Kopf der Modenschau-Chefin. Die Enden der Schnüre sind - gut einen Meter tiefer - um die Handgelenke von Arno, Desiree, Anika und Taalea gewickelt. Eine Modenschau liegt hinter ihnen, doch am Ende haben die Kinder vergessen zu winken. Der nächste Auftritt soll planmäßig laufen. "Ihr geht also zum Schluss noch einmal nach vorne ..." Die Frau vom "Trend Moden Show Team" spricht gegen das Kindergebrabbel an. Taalea, Desiree und Anika tuscheln, Arno jault einem Ballon hinterher, der in Richtung Decke entschwindet. Der Ton hinter der Bühne wird schärfer: "Hey! Hallo! Ruhe! Zuhören!" Es ist eng und zugig. Immer wieder steuern die Kinder einen Tisch in der Ecke an: Apfel-und Orangensaft, Bonbons und Gummibärchen.

Cindy Jeme lächelt, doch in ihrem Lächeln liegt eine leichte Anspannung. Die Chefin der "Talente Agentur Cool Kids" weiß, dass der Ausgang des Tages ungewiss ist. "Je kleiner die Kinder sind, desto größer das Risiko", sagt die 34-Jährige. Ein Dreijähriger ist heute dabei, eine Vierjährige, ein Fünfjähriger. Außerdem haben die jungen Modelle einen Marathon mit drei Auftritten vor sich, von 12.30 Uhr bis nach 19 Uhr. Und Can, der Jüngste der sechs, stimmt nicht gerade optimistisch: Als sich die anderen in einer Reihe aufstellen, klammert sich der Junge an die Beine seiner Mutter, Tränen fließen, aber an Aufgeben ist nicht zu denken. "Übungssache", sagt der Vater.

Vor der Bühne im Modegeschäft Lindex im Kranzler-Eck wird die Menschentraube immer dichter. Pop-Musik dröhnt aus den Boxen, ein Moderator wünscht "viel Spaß bei der Modenschau". Eltern und Kinder drücken sich an die Wand, als zunächst die erwachsenen Models an ihnen vorbeilaufen. "Toi, toi, toi!", sagt ein Mannequin und zwinkert dem Nachwuchs zu. Zurück vom Laufsteg sprintet sie mit ihren Kollegen durch den Raum, um sich für die nächste Runde umzuziehen. Desiree kann vor Aufregung ihre Beine kaum noch stillhalten, und scheint sich dabei mit ihrer Großmutter nicht viel zu nehmen: "Das ist ein Erlebnis für die Kinder!", ruft sie, dann leuchtet der Aufnahmeknopf der Videokamera.

Als die Frau vom Modenschau-Team den Einsatz gibt, nehmen die Kinder den immer noch unglücklich dreinschauenden Can in die Mitte und sich gegenseitig an die Hände. Dann stehen die kleinen Mannequins im Scheinwerferlicht. Die Mütter vor der Bühne winken, lachen, filmen. Die Kinder strahlen. Das Konzept scheint aufzugehen: "Guck mal, sind die süß!", geht es durchs Publikum: als Taalea mit ihrem Lockenkopf wild entschlossen nach vorne stapft, die sechsjährige Anika kokettierend mit der Zunge zwischen den Zähnen spielt, Can schüchtern seinen Eltern zuwinkt ... Cindy Jeme wirkt zufrieden: "Kinder kommen immer an. Das muss man nicht trainieren."

Die "Cool Kids"-Chefin hat früher selbst als Mannequin gearbeitet, war dann in einer Model-Agentur beschäftigt, bevor sie sich vor drei Jahren selbstständig machte. Jeme betrat Neuland: "Damals gab es in Berlin noch keine Kinder-Agentur", sagt sie. Inzwischen führt die dunkelhäutige Frau etwa tausend Kinder in ihrer Kartei, außerdem beherbergt "Cool Kids" jetzt eine Schauspielschule. Ebenfalls in der Kartei: Fabian (9) und Sarah (10), die Kinder der Chefin. Wer in ihrer Agentur Karriere macht, entscheiden aber die Kunden, sagt Jeme. "Ich schicke ihnen die Set-Cards, also die Fotos mit den Daten, zu, sie wählen die Kinder aus."

Es ist wie bei den Erwachsenen: Manche Models entwickeln sich schnell zu den Zugpferden der Agentur, andere warten ewig, um in den Kreis der Auserwählten aufgenommen zu werden. Das "Trend Moden Show Team" hat sich für Jemes Sohn entschieden: Der Neunjährige wirkt zwischen den Zwergen auf der Bühne fast erwachsen und völlig unbeeindruckt. Gewissermaßen ein Profi, der schon als Kleinkind Modell gestanden hat. Es ist Fabians vierter Auftritt allein in diesem Jahr, die Schau bringt ihm 450 Mark ein. "Von seiner ersten Gage hat er sich ein Fahrrad gekauft", sagt die Mutter. "Jetzt wandert das Geld aufs Sparkonto." Dass die Kinder das verdiente Geld auch bekommen, ist offenbar nicht selbstverständlich. Zuweilen steckten die Eltern die Gagen in die Familienkasse, vor allem "bei den Kleinen", sagt Jeme. "Das weiß er ja nicht", hört sie die Erwachsenen dann sagen.

Den ersten Durchgang hat Can in Jeans und Turnschuhen tapfer hinter sich gebracht, als er dann aber zum zweiten Mal mit Anzug und Fliege auf die Bühne soll, sucht er weinend auf dem Arm der Mutter Zuflucht. Also doch aufgeben und vor der nächsten Schau nach Hause fahren? "Ach was, wir werden ihn überreden: bei McDonalds", winkt der Vater ab. Taalea, die kürzlich als Kandidatin für einen Werbespot der Firma Eon in der letzten Runde ausgeschieden ist, findet die Prozedur eher lustig. "Anziehen, ausziehen, anziehen, ausziehen", stöhnt die Vierjährige - und kichert.

Für die meisten ist die Modenschau eine Premiere. Anika, die seit einem Jahr eine "Set-Card" in der "Cool-Kids-Agentur" besitzt, stand bereits vier Mal auf der Bühne, einmal ist sie bei der Fernsehsendung Löwenzahn aufgetreten. "Dass die Leute klatschen, ist toll", sagt die Sechsjährige. Lukrativ, erzählt die Agentin, wird das Geschäft, wenn das Werbefernsehen anfragt. Wie beispielsweise bei Konstantin (8), der kürzlich für einen Drehtag 2500 Mark erhielt. Und bei Florian (12) belief sich Gage für einen fünfteiligen Werbespot auf 6000 Mark.

Niemand weiß, was in Cans Burger oder Milchshake war. Aber beim zweiten Auftritt entwickelt sich der Junge zur Überraschung des Tages: Can geht strahlend auf die Bühne, erst in Jeans, dann mit Schlips. Steht da, winkt, lacht. Vom Steg muss er beinahe gezogen werden. "Und den Anzug will er auch nicht mehr ausziehen", sagt der Vater.

Die Gefahr ist gebannt. Auch am Abend, kurz vor dem letzten Auftritt, schallt noch Geplapper und Gekicher aus dem Raum hinter der Bühne. "Fix und fertig" ist dafür Cindy Jeme. Sie hat viele Eltern kommen und gehen gesehen. Stolze Mütter. Eitle Väter. Junge und alte, arme und reiche. Akademiker und Arbeiter. Eines allerdings, sagt die Agentur-Chefin, kann die Karriere der kleinen Klienten zerstören, bevor sie überhaupt begonnen hat: verbissener Ehrgeiz. Wie beispielsweise bei der Mutter eines Dreijährigen, die ihr Kind festhalten wollte, als es sich nicht fotografieren ließ. Unwillige Modelle verärgern die Kunden und sind schlecht fürs Geschäft, deshalb schickte Jeme die Frau nach Hause. "Wenn ein Kind keine Lust hat, hat es keinen Sinn", sagt sie.
Ein beruhigender Gedanke.

Katja Füchsel


Coole Kids wollen zum Film oder zum Fernsehen 

MITTE 

 

Julia Preuß überlegt kurz. Dann weiß die Zwölfjährige, wen sie pantomimisch darstellen will. Die anderen acht Kinder erraten schnell, wen Julia mit ein paar Gesten präsentiert - eine Talkshow-Moderatorin. Seit einem Monat können Kinder und Jugendliche in der Anklamer Straße schauspielen lernen - bei "Cool Kids" im Gebäude der "Weiberwirtschaft". Die Idee hatte Cindy Jeme. Die Geschäftsführerin der Casting-Agentur "Cool Kids" wurde oft von Eltern darauf angesprochen, ob die Kinder nicht professionell auf ein Casting oder einen Dreh vorbereitet werden könnten. "Das haben wir dann einfach probiert", sagt Jeme.

In drei Kursen, die aufeinander aufbauen, sollen sich Kinder schauspielerische Grundlagen aneignen: Wie lerne ich einen Text auswendig, wie verhalte ich mich vor der Kamera, wie kann ich meinen Körper kontrollieren. Schauspiellehrerin Ulrike Schirm hat es nicht mit blutigen Anfängern zu tun. Franz hat in Magdeburg Theater gespielt, Anne in der Schule den Rattenfänger von Hameln verkörpert. Niklas ging bei einer Modenschau über den Laufsteg. Und Selin war bereits im Fernsehen zu sehen, in der RTL-Serie "Hinter Gittern". Die meisten Schauspielschüler wissen auch schon ganz genau, wohin sie wollen: "Zu ,Gute Zeiten - Schlechte Zeiten ", rufen Julia, Milena und Selin auf die Frage. Anna und Anne bevorzugen die Kinderserie "Schloss Einstein".
Fast alle wollen zum Film oder zum Fernsehen - außer Franz. Der will Theater spielen.

Stephanie Piper